Grenzen der künstlichen Intelligenz

 

 

Ein Roboter (Computer) ist ein programmierbarer Automat. Seine intelligenten Leistungen sind Leistungen des Programmierers und enden mit den Grenzen der Programmierung. Externe Signale können den Roboter steuern, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.  Diese Signale wirken kausal nach den Naturgesetzen.

Das menschliche Gehirn erhält von Sinnesorganen Signale aus der Umwelt. Diese materiellen Signale werden im Gehirn bewertet und in ein  virtuelles Bild im Bewusstsein  umgewandelt. Im Bewusstsein gibt es keine Kausalität. Die einzelnen Informationen sind durch Assoziationen  verbunden und ergeben zusammen mit Gedächtnisinhalten ein  Gesamtbild der Umwelt.

Die Entscheidung für eine Handlung ist abhängig von der Bewertung aller relevanten Informationen, wobei die Bewertungskriterien  situationsabhängig variieren können und auch Emotionen und Erfahrungen einschließen. Über allen Kriterien steht aber  das genetisch fixierte Streben nach dem Überleben.

Ein Mensch kann alle Situationen bewerten, auch die nicht vorhersehbaren und er kann individuell und differenziert entscheiden und reagieren.

Im Gedächtnis werden die virtuellen Bewertungen sowohl der gesamte Situation als  auch der bedeutsamen Einzelheiten gespeichert. Dabei dient das Gehirn mit seiner Struktur und mit seinen Funktionen als Informationsträger. Die Dauer der Speicherung ist abhängig von der Bewertung. Wie die Speicherung und Verarbeitung der virtuellen Informationen tatsächlich erfolgt ist nicht bekannt.

Alle Tiere mit einem Zentralnervensystem verarbeiten die von den Sinnesorganen übermittelten Umweltinformationen in der gleichen Weise jedoch mit artspezifischen Bewertungskriterien.

Ein Roboter(Computer) kennt kein Bewusstsein und keine eigenen Bewertungskriterien. Die Wechselwirkungen zwischen der Struktur des Computers und seinen vom Programm vorgenommenen Einstellungen einerseits und den Trägern der Information(Signale) andererseits erfolgen kausal und eindeutig nach den physikalischen Gesetzen. Die Eindeutigkeit dieser Vorgänge ermöglicht es dem Computer seine Programme und Aufgaben mit hoher Präzision und Geschwindigkeit auszuführen. Der semantische Teil der Information spielt dabei keine Rolle.

Im menschlichen Bewusstsein gibt es zwischen den virtuellen Informationen keine kausalen Wechselwirkungen. Es gibt aber Assoziationen und Bewertungen im Interesse des Menschen. Es können Informationen beliebig geordnet werden. Phantasie ist möglich. Es kann bewusst oder unbewusst falsch gedacht und gehandelt werden. Für das Denken gibt es eine begrenzte Freiheit. Die Logik, die eine gewisse Ordnung in das Denken bringt und die Folgen des eigenen Handelns voraussehbar macht, muss von jedem Menschen erst erlernt werden, was oftmals mit nur unzureichendem Erfolg geschieht. Erfahrungen mit der Realität korrigieren meist falsche Absichten und Handlungen.

Es ist der Unterschied zwischen technischen und lebenden Systemen  der  der künstlichen Intelligenz Grenzen setzt. In einem Roboter ein Bewusstsein zu simulieren wird auch in Zukunft nicht möglich sein.

GB Okt 2016